Die Ortsgeschichte von Dobbertin
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Die Dobbertiner Ortsgeschichte ist durch die Geschichte des Klosters
geprägt. Kaum ein Ereignis steht nicht in irgendeinem Zusammenhang mit
diesem. Im folgenden werden Fakten der Dobbertiner Geschichte im Zusammenhang
mit der Mecklenburger Geschichte dargestellt.
Die Erforschung der Dobbertiner Geschichte ist noch lange nicht abgeschlossen.
In der Literatur werden geschichtliche Ereignisse oft unzureichend oder
widersprüchlich angegeben. Auch die folgende Darstellung wird noch
zu korrigieren, zu ergänzen und zu verbessern sein.
- Steinzeit
- Etliche Funde aus Ur- und Frühgeschichte bezeugen die
Besiedlung des Gebietes des heutigen Mecklenburgs.
Funde belegen das Vorhandensein der ersten Menschen vor ca. 16000 Jahren, eine
Besiedlung könnte vor ca. 10000 Jahren begonnen haben (Jäger und
Sammler).
Um 3000 v. u. Z. wurden unsere Vorfahren seßhaft, sie begannen
mit der Bearbeitung des Bodens und dem Halten von Tieren.
- Bronzezeit
- Die Periode von 2000 v. u. Z. bis 600 v. u. Z. wird als Bronzezeit
bezeichnet
Funde von Werkzeugen, Waffen und Schmuck belegen den Entwicklungsstand
unserer Vorfahren. Ebenfalls aus dieser Zeit sind zahlreiche
Hügelgräber erhalten.
- Eisenzeit
- Von 600 v. u. Z. bis 600 u. Z. lebten in unserem Gebiet vermutlich
die Warnen (germanischer Stamm).
Diese Periode ist durch Verwendung von Eisen anstelle der Bronze
gekennzeichnet. Weitere germanische Stämme auf dem Gebiet des heutigen
Mecklenburgs sind die Langobarden und die Semnonen. Am Ende des 4. Jahrhunderts
setzte die große germanische Völkerwanderung nach Südwesten
ein.
- Slawenzeit
- Im 7. Jahrhundert wird das von den Germanen verlassene Land durch
die Slawen besiedelt. Die Slawenzeit reicht bis zur Mitte des 13.
Jahrhunderts.
Das Gebiet des heutigen Mecklenburgs wird von den Stämmen der
Obotriten und der Wilzen
(später Liutizen genannt) besiedelt. Teilstämme der Obotriten
besiedeln dabei:
- Obotriten zwischen Wismarer Bucht und Südende des Schweriner Sees
- Rereger um Wismar und Schwerin
- Warnower an der oberen Warnow und an der Mildenitz
- Polaben an der Elbe um Lauenburg, Boizenburg und Ratzeburg
Die Teilstämme der Wilzen (Kessiner, Zirzipaner, Tollenser, Redarier)
siedeln weiter östlich im Gebiet zwischen Warnow und Oder.
- 995
- Erste urkundliche Erwähnung der "Michelenburg" in einer Urkunde
König Otto III.
Zeitweise gerieten die Slawen unter Karl dem Großen, Heinrich I. und
Otto dem Großen in Abhängigkeit vom fränkischen und
Römisch - Deutschen Reich.
- 1160
- Eroberung des Obotritenlandes durch Heinrich den Löwen, Herzog von
Sachsen und Bayern
1160 rückt Heinrich der Löwe mit einem Heer in Mecklenburg ein; Der
Obotritenfürst Niklot fand dabei 1160 den Tod. Sein Sohn Pribislaw
erhielt 1167 Mecklenburg als sächsisches Lehen; Schwerin wurde 1160
als erste deutsche Stadt in Mecklenburg gegründet.
Niklot wurde Stammvater der mecklenburgischen Fürsten, die später von Karl
IV. zu reichsunmittelbaren Herzögen erhoben wurden (sie regierten in
Mecklenburg bis 1918). Es begann die
dauerhafte Eingliederung Mecklenburgs in das Römisch - Deutsche Reich
(mit Ausnahme der Zeit dänischer Besetzung von 1180 - 1227).
Bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts erfolgt die deutsche Besiedlung
Mecklenburgs, vor allem durch Siedler aus Holstein, Niedersachsen und
Westfalen. Die Bauern erhielten steuerfreie Lehnshufen als Lehnsgut.
Die deutschen Städtegründungen erfolgten
überwiegend im 13. Jahrhundert vor allem durch die Territorialherren.
1220 Gründung des Dobbertiner
Klosters als Mönchskloster zum heiligen Benedikt unter Fürst
Heinrich Borwin I (Schwiegersohn des Sachsenherzogs Heinrich der Löwe).
- 1229
- Erste mecklenburgische Hauptlandesteilung
Für die vier Enkel von Heinrich Borwin I. (Sohn von Pribislaw, Enkel von
Niklot) wird Mecklenburg in die
Herrschaften Mecklenburg, Rostock (Linie erlischt 1314), Werle (erlischt 1436),
und Parchim-Richenberg (bis 1256) geteilt.
Neben den Herrschaften bestanden noch die Grafschaften Ratzeburg, Schwerin und
Dannenberg, sowie die Bistümer Ratzeburg und Schwerin.
Um diese Zeit wird in Mecklenburg auch noch Slawisch gesprochen. Es bilden sich
die Familiennamen, die sich um 1300 festigen. Gut 200 Jahre später ist
die slawische Sprache kaum noch anzutreffen.
1234 Umwandlung des Dobbertiner
Kloster in ein Nonnenkloster; 1237 stellte Nikolaus von Werle die
Bestätigungsurkunde aus.
Etwa von 1230 bis 1256 wird auf dem
Gebiet des heutigen
Landkreises Parchim der Landesausbau durch Fürst Pribislaw von Parchim
(herrschte von 1229 - 1256, nach seiner Vertreibung war Nicolaus von Werle
der lokale Herrscher)
vorangetrieben. Er wurde unterstützt durch eine Reihe von Adligen. Ihre
Namen werden auf Urkunden jener Zeit erwähnt.
1288 wurde auf dem Klostergelände
ein Krankenhaus durch den Dobbertiner Probst Heinrich gestiftet - die Nonnen
pflegten Kranke.
Ende des 13. Jh. entsteht der
südliche Kreuzgang zusammen mit dem zweischiffigen Refektorium. Die anderen
Flügel des Kreuzganges entstehen im 14. Jh.
1309 bestätigt Papst Clemens V.
die Stiftung des Krankenhauses(*).
1340 Fertigstellung der massiven
Festungskirche (Wehrkirche) ohne Turm(*).
1348 wurde Mecklenburg aus der sächsischen
Abhängigkeit gelöst und ein erbliches, unmittelbares Reichslehen.
Zugleich wurden die mecklenburgischen Landesherren zu Herzögen
erhoben.
1397 erlangt das Kloster durch
weiteren Landerwerb größere Bedeutung(*).
1400 Umbau des zweigeschossigen
Klausurgebäudes mit vierflügeligem Kreuzgang und Refektorium(*).
1448 - 1461 erwirbt das 1220 gegründete Kloster
Dobbertin Mestlin (von sieben verschiedenen Nachfahren Gustävels).
Mecklenburg einen Aufschwung. Zu Ausgang des Mittelalters werden die
Herzöge im 15. Jh. mit kriegerischen Adligen, der späteren
Ritterschaft, konfrontiert. Überfälle auf Kaufleute, Kämpfe der
Adligen untereinander und soziale Unruhen in den Städten sind für
diese Zeit typisch.
Im späten Mittelalter nahm der Einfluß der Herzöge auf die
Kirche zu. In den größeren Städten des Landes wuchsen im 16.
Jahrhundert die sozialen Spannungen. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung
führte die Reformation schnell zum Erfolg.
Nach dem Sieg der Reformation wurden die Kirchengüter
größtenteils unter den mecklenburgischen Herzögen aufgeteilt.
Um 1750 gab es in Mecklenburg keine katholische Kirche mehr.
- 1496
- hat Mecklenburg ca 130.000 Einwohner
Kaiserbede 1496
Die Mecklenburgischen Kaiserbederegister von 1496
(F. Engel, Böhlau Verlag 1968) zählen die Abgaben aus den
Dörfern der Vogtei Dobbertin auf.
Oldenßdorp, Russte, Oldenhaigen, Dingeste, Dobbin, Gerdeshagen,
Lentzen, Lone, Tzarmnid, Gellemm, Dabertin, Gardenn, Nighehagen,
Demen, Mustelin, Borssow, Dabel, Tho Lutken Upolen
Neben den Beichtkinderverzeichnissen und Kirchenvisitationsprotokollen
zählen die Listen und Register über geleistete Steuerzahlungen zu den
wichtigsten Quellen der mecklenburgischen Bevölkerungsgeschichte in
Archiven der Landesebene. Als schriftliche Ergebnisse staatlicher
Steuererhebung sind sie für Mecklenburg in seltener Dichte
überliefert.
Die Quellen dokumentieren gleichmaßen Steuerzahlungen (Bede = Bitte), die
regelmäßig zugunsten des Landes geleistet wurden (z.B. Register der
Schloß- oder Schoßgelder bzw. der zunächst zweimal
jährlich fälligen ordentlichen Bede), als auch solche Abgaben, die
aus verschiedenen Anlässen für das Land (z. B. die gemeine Landbede,
außerordentliche Kontributionen, Roßdienst-,
Einspännigenregister, Steuern anläßlich fürstlicher
Hochzeiten oder zu Ausstattungen landesherrlicher Töchter u.a.m.) oder im
Auftrag des Reiches durch das Land eingezogen wurde (Königsbede, Kaiser-,
Türken-, Kreissteuer oder -hilfe). Steuerpflichtig waren mitunter nur
bestimmte Personengruppen. Die Auswertung dieser Quellen erfordert umfangreiche
Detailkenntnisse über die wechselnden Modi der Steuererhebung, die
über die Jahrhunderte teilweise starken Veränderungen unterlagen.
Gleichwohl liefern die Steuerregister häufig sozial- und
wirtschaftsgeschichtliche Informationen von erstaunlicher Detailfreude. Das
Landeshauptarchiv Schwerin (LHAS) verwahrt Steuerlisten und -register des 15.
bis 19. Jahrhunderts in einem Gesamtumfang von mehr als 60 laufenden
Aktenmetern, wobei die Überlieferung naturgemäß nicht für
jeden Ort gleichermaßen vollständig ist (Dank an P. Starsy für
die Erklärung).
1496 Mestlin ist das größte Dorf im Gebiet
des Klosteramtes Dobbertin, es hat 132 erwachsene Einwohner, dazu kommen noch etwa 79
Kinder. Seine Bewohner zahlen 8 Mark und 4 Schilling an
Steuern. Auf den nächsten "Plätzen" liegen Dobbertin (5 Mark 4
ß) und Ruest (4 Mark minus 1 ß)
1498 wird das Kloster Dobbertin auf Anweisung
des Papstes reformiert. Ziel war eine engere Bindung an den Glauben, vor allem
durch eine strengere Klausur.
Bis zur Reformation gibt es in der Diözese Schwerin die Nonnenklöster
Dobbertin, Neukloster, Malchow, Ribnitz, Rostock und Rühn. In Mecklenburg
existieren 16 Mönch- und elf Nonnenklöster.
Register der Landbede 1540, 1554, 1567, 1569,
1570, 1571
Für oben genannte Jahre liegen die Steuerlisten für
das Klosteramt Dobbertin vor. Sie enthalten die Namen der Steuerpflichtigen.
Folgende Ortschaften sind in den Bederegistern aufgeführt: Gardenn,
Posselstorff, Dabell, Lentzenn, Gerdeshagenn, Lomenn, Olden und Nienhagen,
Klodenn, Oldenstorff, Upall, Borssow, Dobbin, Rüste, Vellenn,
Demenn, Dobbertinn, Mestelinn, Grossen Breesenn, Klestenn.
1554 werden in Dobbertin 29 Bauern und Handwerker namentlich erwähnt.
Darunter auch Namen, die 100 oder 200 Jahre später immer noch anzutreffen sind:
Storm, Havemann, Welzin, Gehan, Dessin, Brandt,
- 1549
- Auf dem mecklenburgischen Landtag in Sternberg wurde der evangelische Glauben
für Mecklenburg verbindlich. Die Reformation Martin Luthers hat sich
durchgesetzt
Die Einheit von Mecklenburg konnte durch die für alle Landesteile
gemeinsamen Landstände gewahrt werden. Diese schlossen sich 1523
zu einer landständischen Union zusammen. Zu den drei Ständen
zählten die adligen Grundbesitzer, Vertreter der Städte und
höhere Geistliche. Letztere jedoch nur bis 1552 - sie verschwanden infolge
der Reformation. Es blieben Ritterschaft und Landschaft. Die Landstände
hatten das Recht der Steuerbewilligung (seit 1549) und beteiligten sich an
Gesetzgebung und Rechtsprechung. Die Stände waren regional in Kreise
gegliedert: Mecklenburgischer (Parchim), Wendischer (Güstrow),
Stargardischer (Neubrandenburg).
Schwerin und Strelitz hatten mit dieser Kreiseinteilung nichts zu tun und
waren zu dieser Zeit ganz gewöhnliche Landstädte ohne politische
Sonderfunktion. Daß Schwerin zugleich Residenz war, spielte auf den Landtagen
keine Rolle.
Visitationsprotokoll 1557
Das Visitationsprotokoll der im Amt Goldberg gelegenen
und zum Kloster Dobbertin gehörigen Pfarren und Kirchen beschreibt diese
ausführlich.
Die Kirchenvisitatoren verlangen
von den Nonnen des Klosters den Übertritt zum lutherischen
Glauben. Der entschlossene Widerstand half den Nonnen jedoch nur bis
zum Jahr 1562 - dann wurde die Reformation auch im Dobbertiner Kloster
durchgesetzt.
Die Nonnen von Dobbertin
Carl Beyer beschreibt in seinem Roman (1. Auflage erschien
1907 in Schwerin) das Leben im Kloster in der Mitte des 16. Jh.
Insbesondere der Widerstand der Nonnen gegen die Reformation
wird ausführlich dargestellt. Er läßt eine Nonne
zu einer Novizin sagen:
"... du hast wohl gemerkt, wie still und friedlich es bei uns ist? Von all
dem Lärm und der Sünde da draußen dringt hier nichts herein.
Und Gott sei Dank, mein Herzchen, wir brauchen die Menschen nicht, wir
sind durch fromme Stiftungen und Gaben ganz unabhängig. Wir haben
unsre Güter und Dörfer und Höfe, wohl dreißig an
der Zahl, du glaubst nicht wieviel, soviel, wie ein Fürst; ja,
siehst Du, der junge Herzog möchte gewiß gern mit uns tauschen.
Wir haben Seen und Wälder und Fische und Wild - so viel, so viel,
es könnte unsre Nachbarstadt Goldberg ganz daraus leben und alle
Bauern und Pächter müssen zinsen, wir wissen oft kaum, wohin wir
mit den Schweinen und dem Korn sollen. Und die Priorin erhält zwei
Drömt Roggen und monatlich zwei Tonnen starkes Bier und eine halbe
Tonne Schwachbier und alle Schwestern im Verhältnis überreichlich
genug. Und alle Untertanen des Klosteramtes müssen uns gehorsam sein,
hundert Knechte stehen auf den Höfen für uns bereit und die
Mägde müssen uns bedienen und alle harte Arbeit tun."
Visitationsprotokoll 1562
Ein weiteres Visitationsprotokoll für das
Kloster Dobbertin.
...
1572 In den Sternberger Reversalen
wird der Ritterschaft die Verfügung über die Klöster
Ribnitz, Dobbertin und Malchow sowie deren Grundbesitz zugesprochen,
Dobbertin wird endgültig säkularisiert und in ein adeliges
Damenstift (Versorgungsanstalt für unverheiratete Töchter des meckl. Adels)
umgewandelt.
Der Adel setzte durch, daß Pachtland von den Bauern
zurückgefordert werden kann - es beginnt das sogenannte Bauernlegen.
Freie Bauern wurden zu Knechten und Tagelöhnern. Ihre Rechte waren
stark eingeschränkt. Ohne Erlaubnis durften sie nicht: das adlige Gut
verlassen, einen Beruf frei wählen oder heiraten. Andererseits
mußten die Gutsbesitzer bei Krankheit und im Alter Unterstützung
gewähren.
1572 wurden zur Verwaltung des
Grundbesitzes der Klöster
Malchow, Ribnitz und Dobbertin die "Klosterämter" gebildet
(Sternberger Reversalen).
1586 wurde der vasenförmige
Taufstein (Bild rechts) von Philipp Brandin in der Kirche aufgestellt.
Der Architekt und Hofbaumeister baute u.a. auch in Wismar das
"Schabbel-Haus" und die "Wasser-Kunst" und das
fürstliche Epitaph im Güstrower Dom.
Türkensteuer 1601 - 1606
Für oben genannte Jahre liegen die Steuerlisten für
das Klosteramt Dobbertin vor. Sie enthalten die Namen der Steuerpflichtigen nicht
mehr, die Anzahl der Bauern wird für jedes Dorf aufsummiert angegeben.
Folgende Ortschaften sind beispielsweise 1606 aufgeführt: Dobbertin, Dobbin,
Poßelstorf, Mestelin, Rüste, Demen, Dabel, Kloeden, Garden, Lentzen,
Bossow, Upahl, Gerdeshagen, Lohmen, Breesen, Oldenstorf, Alten und Nienhagen, Clesten,
Jellen, Dimitz, Löertze, Schwartze, Sitkow, Lexow, Penckow, Schaestere.
1610 Revision der Klosterordnung.
Die Klosterordnung bestimmte jetzt die Verwaltung des Klosters durch die
Domina, die dem Convent vorstand, zwei Provisoren und dem Klosterhauptmann.
Dem Klosterhauptmann standen u. a. zur Seite: Küchenmeister, Amtsschreiber,
Forstinspektor und mehrere Förster, Amtsjäger, Landreiter,
Gerichtsschreiber, Amtsgärtner.
1612 Bau des Armenhauses(*).
1612 bestätigt Papst Clemens V.
die Stiftung des Krankenhauses(*).
Kreishilfe 1612 und 1614
Für oben genannte Jahre liegen die Steuerlisten für
das Klosteramt Dobbertin vor. Die Anzahl der Bauern wird für jedes Dorf
aufsummiert angegeben.
1612 werden für Dobbertin gezählt: 22 Koßaten, 6 Einlieger, Müller.
Einspännigenregister 1611 - 1613, 1616, 1618
Für oben genannte Jahre liegen die Steuerlisten für
das Klosteramt Dobbertin vor. Die Anzahl der Bauern wird für jedes Dorf aufsummiert
angegeben.
- 1618 - 1648
- Dreißigjähriger Krieg
Große Zerstörungen und hohe Menschenopfer in Mecklenburg
- 1621
- Zweite mecklenburgische Hauptlandesteilung
Mecklenburg wird in Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Güstrow
(bis 1695) geteilt.
Seit 1621 tagt der gemeinsame Landtag für die
mecklenburgischen
Länder abwechselnd in Sternberg und Malchin.
Kontributionsakten 1621 - 1715
Für viele der oben genannten Jahre liegen die
Steuerlisten für das Klosteramt Dobbertin vor. Die Listen enthalten
die Namen der Steuerpflichtigen.
1627 Truppen des schwedischen Obersten Hunich ziehen
durch Dobbertin / Kläden (Mestlin, Ruest, Dabel, Kläden, Dobbin und
Sehlsdorf werden in Mitleidenschaft gezogen)
Auf dem Bild "Plünderung" (Steindruck nach einem
Gemälde von Ph. Wouwermanns) sieht man, wie eine Bauernfamilie von
ihrem Hof vertrieben wurde und von der Soldateska drangsaliert wird.
- 1627 - 1631
- Wallensteins Truppen erobern Mecklenburg, Wallenstein wird dessen Herzog
1628 Bau eines unterirdischen
Ganges vom Pförtnerhaus zur Kirche(*).
- 1631
- König Gustav Adolf von Schweden rückt in Mecklenburg ein
Schwedische Herrschaft in Mecklenburg (Bündnis vom 13. März
1632). Die vertriebenen Herzöge werden durch den Schwedenkönig
Gustav Adolf II. wieder eingesetzt.
- 1637 - 1640
- häufiges Hin-Und-Her zwischen schwedischen und kaiserlichen Truppen
1638 Zerstörung des Dorfes
durch mehrere Brände(*).
- 1645
- Verabschiedung der Gesindeordnung
- 1648
- Ende des dreißigjährigen Krieges: Westfälischer Frieden
Dieser erste große Krieg in Mecklenburg war für die Entwicklung
verheerend. Die Einwohnerzahl wurde auf ein Sechstel reduziert (von 300.000
auf 50.000). Die zahlreichen Bauernstellen vor dem Krieg wurden danach
nur zu einem Viertel besetzt. Ihren Vorteil zogen daraus die Adligen.
Nach dem Krieg, vor allem 1755 und 1806, legten sie viele
Bauerndörfer nieder und errichteten dafür Gutshöfe.
Mecklenburg verliert Wismar, Amt Neukloster und die Insel Poel an Schweden (bis
1803).
Der 30jährige Krieg hinterließ ein zerstörtes Land. Nur
langsam findet ein Wiederaufbau statt. Auch in den darauffolgenden Jahren
hat Mecklenburg unter kleineren und größeren Kriegen zu leiden.
Visitationsprotokolle 1649 und 1650
Visitationsprotokolle beschreiben
Besitzungen und Zustand des Kloster Dobbertin.
...
- 1654
- Gesindeordnung mit Verankerung der Leibeigenschaft
Nach der bereits in Kraft gesetzten Gesindeordnung von 1645 wurde am
14.11.1654 die erneuerte "Gesinde-Tagelöhner-Baur-Schäffer-Tax- und
Victualordnung" verabschiedet. Sie festigte die schlimmste Form
bäuerlicher Unterdrückung durch die Adligen. Eine Heirat
beispielsweise war nur mit Genehmigung des Gutsherren möglich.
- 1658
- Schwedisch-Polnischer Krieg
1658 marschieren kaiserliche, brandenburgische und polnische Soldaten in
Mecklenburg ein. Kriegerische Belastungen wie zur Zeit des 30jährigen
Krieges bis zum Frieden von Olivia im Mai 1660.
Visitationsprotokoll 1662
Ein Visitationsprotokoll von 1662 beschreibt erneut das
Kloster Dobbertin.
...
- 1674 - 1675
- Brandenburgisch-schwedischer Krieg in Mecklenburg
- 1701
- Mecklenburg-Schwerin hat knapp 100.000 Einwohner, Mecklenburg-Strelitz
30.000
1700 Bau weiterer
Backsteinhäuser(*).
- 1700 - 1721
- Nordischer Krieg
Plünderungen durch die Kriegsparteien: Schweden gegen
Preußen, Dänen, Sachsen und Russen.
- 1701
- Dritte Hauptlandesteilung durch Hamburger Vergleich
Mecklenburg wird in Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz
(Herrschaft Stargard und Fürstentum Ratzeburg (vormaliges Bistum) -
ohne die gleichnamige Stadt und der Komthirei Mirow) geteilt. Die
Erstgeburtserbfolge wird vereinbart.
Beichtkinderverzeichnis 1704 Pfarrer Wilhelm Caspar Heerder, erst 2 Monate im Amt,
fertigt ein Verzeichnis aller Mitglieder der Gemeinde
1704 haben Dobbertin,
Dobbin, Kläden und Neuhof 178 Einwohner (älter als 14 Jahre)
- 1711
- Beginn der Verschleppungen von Mecklenburgern in die preußische Armee,
der Krieg wütet in Mecklenburg
14. Februar 1728
Im Amtsprotokollbuch der Klosteramtes Dobbertin beurkundet
der Amtsschreiber die Verpachtung einer Bauernstelle in Mestlin an Hans
Garling
Anno 1728 14. Febr: ist dem Hanß Garling in Mestlin auf Concession des
H. ClosterHauptmanns die Baur-Stelle in Mestlin /: welche vorher der Baur
Michel Sülck bewohnet :/ vor sich und seine Kinder, dafern sie sich als
gute Hauswirthe aufführen würden, eingethan worden.
Dobbertin ...
- 1733 / 1735
- Gewaltsame Soldatenanwerbung durch Preußen in Mecklenburg
1738 Streit über
Predigerwahl(*).
1746 Unstimmigkeiten bei der Wahl
des Klosterhauptmannes und Provisors(*).
1747 In der Klosterkirche ensteht der
barocke Kanzelaltar der Empore; in den Jahren 1746 - 49 entstehen die
Adelslauben
auf der Nord- und Südseite des Nonnenchores.
Beichtkinderverzeichnis 1751 Der Pfarrer Christian Hintzmann
fertigt ein Verzeichnis aller Mitglieder der Gemeinde
Das Verzeichnis ist recht ausführlich, es listet namentlich:
25 Konventualinnen, 12 unbegebene Fräuleins, das
Klostergesinde, Bewohner des Klosterramtes und der
Dörfer Dobbertin, Dobbin, Cläden, Neuhof und
Spennin.
- 1753
- Parallel zum Bauernlegen durch die Adligen begann im Domanium die Ansiedlung
von Häuslern und Büdnern auf der Grundlage des Siedlungsediktes des
Herzogs Christian Ludwig
- 18. April 1755
- Landesgrundgesetzlicher Erbvergleich
Weitere Verankerung der Leibeigenschaft, Legalisierung des Bauernlegens.
Mecklenburg hat zu dieser Zeit 150.000 Einwohner.
Der Landesgrundgesetzliche Erbvergleich (LGGEV) von 1755 ist das
Ergebnis langwieriger Auseinandersetzungen und Machtkämpfe zwischen den
mecklenburgischen Herzögen und den sogenannten Landständen
(Ritterschaft und Städte). Dieses mit 25 Artikel und 530 Paragraphen
umfangreichste und umfassendste Vertragswerk in den mecklenburgischen
Geschichte bildete in der Folgezeit den Rahmen für alle gesellschaftlichen,
politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungen in beiden
mecklenburgischen Landesteilen und blieb als Grundgesetz der
landständischen Verfassung (in Mecklenburg-Schwerin mit kurzer
Unterbrechnung 1849/50) bis zur Novemberrevolution 1918 geltendes Recht
(Dank an P. Starsy für die Erklärung).
1751 - 1756 Bau des
Klosterhauptmannhauses(*).
- 1756 - 1763
- Siebenjähriger Krieg
Preußen besetzt das neutrale Sachsen und kämpft gegen eine
Koalition von Österreich, Rußland, Frankreich und Schweden, im
Verlaufe des Krieges mehrfache Besetzung Mecklenburgs-Schwerins (erstmalig
1757) durch Preußen, weiterhin Geld- und Naturallieferungen,
Zwangsrekrutierungen (insgesamt ca. 4000 Soldaten für die
preußische Armee) und Plünderungen.
Nach dem Krieg setzt endlich ein begrenzter Aufschwung ein.
1757 Vernichtung des Torhauses
und Werkstätten duch Brand(*).
1758 Preußen besetzen das
Kloster und fordern Kontributionen(*).
bis 1766 war Joh. Gregorius
Mühlenbruch (1735 Röbel - 1812 Klein Poserin)
Amtsschreiber in Dobbertin. Er heiratete 1767 die Tochter des
Küchenmeisters Engel Paschen Friese (1709 - 1783), Anna Margaretha
Augusta Friese (1748 - 1781). Sie hatten 6 Söhne und 2 Töchter.
- 18. Mai 1792
- Auswanderungsverbot nach Amerika für die mecklenburg-schwerinischen
Untertanen durch herzogliche Verordnung
1800 Bau der Häuser I, II und
X für Konventualinnen(*).
- 1806
- Flucht Blüchers durch Mecklenburg
Plünderungen, Zerstörungen durch die Franzosen.
- 1806 - 1813
- Franzosenzeit
Beitritt zum napoleonischen Rheinbund 1808, Einquartierungen,
Zwangsrekrutierung zum Kampf gegen Rußland 1812: 2100 Mecklenburger
(Schwerin: 1700, Strelitz: 400).
Weniger als 100 überlebten. 1813 treten beide Mecklenburg aus dem
Rheinbund aus.
- 1813 - 1815
-
Befreiungskriege gegen Napoleon
1814 gibt der Konvent der
Ritterschaft auf seiner Rostocker Frühjahrstagung die Empfehlung,
die Dobbertiner Klosterbauern zu Erbpächtern zu regulieren.
- 8. Juni 1815
- Die deutsche Bundesakte gestattet durch Artikel 18b die Auswanderung in
andere Staaten des Deutschen Bundes
- 1815
- Wiener Kongreß
Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz werden
Großherzogtümer und Mitglied des Deutschen Bundes.
- 1817 / 1820
- Mecklenburg-Schwerin hat 393.000 Einwohner (1820) und Mecklenburg-Strelitz
72.000 (1817)
Volkzählung 1819 Die Zählung ergab in Dobbertin 536, in Dobbin
173, in Neuhof 107 und in Spendin 33 Einwohner.
- 18. Januar 1820
- Aufhebung der Leibeigenschaft in Mecklenburg mit Wirkung ab Ostern 1821
verkündet
- 4. April 1822
- Verordnung über Separation und Vererbpachtung der Bauernhufen
1822 begannen die Verhandlungen zwischen der Regierung und der Ritterschaft.
Ziel war die Regulierung der Verhältnisse zwischen Gutsherren und Bauern,
d. h. die Bauern sollten Eigentümer, bzw. Erbpächter des von ihnen
bewirtschafteten Landes werden.
1828 - 1837 Umbau der Klosterkirche unter
Leitung des Schweriner Baumeisters Georg Adolph Demmler. Grundlage für den Umbau
war ein Entwurf des Berliner Architekten Karl Friedrich Schinkel. Daher
rührt auch die große Ähnlichkeit mit der Friedrichwerderschen
Kirche in Berlin.
Neben der Kirche wird auch der Klosterpark neu gestaltet.
Um 1830 bestehen im Klosteramt Dobbertin 167 Bauernstellen in 17
Dörfern (KA Malchow: 50, KA Ribnitz: 16). 10 reine Bauerndörfer sind
Groß Breesen, Dobbin, Garden, Lohmen, Ruest, Oldenstorff, Alten- und Nienhagen,
Schwarz, Laerz und Dienitz. 7 Dörfer haben einen klosterämtlichen Hof
neben Bauernstellen: Dobbertin, Darze, Gerdshagen, Mestlin, Sehlstorff, Lexow und
Sietow. Reine Pachtdörfer sind dagegen Bossow, Jellen, Lenzen, Mühlenhof,
Neuhof und Kläden, Rum Kogelck, Spendin, Kleesten, Upahl und Roetz.
- reine Bauerndörfer:
Groß Breesen, Dobbin, Garden, Lohmen, Ruest, Oldenstorff, Alten-
und Nienhagen, Schwarz, Laerz, Diemitz,
- gemischte Dörfer:
Darze, Gerdshagen, Mestlin, Sehlstorff, Lexow, Sietow, Dobbertin,
- reine Pachthofdörfer:
Bossow, Jellen, Lenzen, Mühlenhof, Neuhof und Kläden,
Ruhm-Kogelek, Spendin, Kleesten, Upahl und Roetz.
1829 werden die ersten Regulierungspläne für die Dörfer
Sehlstorff, Dobbin, Ruest und Mestlin aufgestellt (nach G. Moll, MM 7/94).
1832 beginnt im Frühjahr
die Regulierung. Die sechs Bauern aus Groß Breesen und die
zwöf Mestliner Bauern wurden in Ruest angesiedelt, hier gab es
nun 26 Erbpachtstellen. Die Bauern in Ruest erhielten Erbpachtverträge,
für das erbliche Nutzungsrecht hatten sie jährlich einen
festen Betrag zu zahlen.
- 3. September 1847
- Eine großherzogliche Verordnung regelt für Mecklenburg-Schwerin
das Verfahren für die Erteilung von Pässen an Auswanderer
- 1848 / 1849
- Revolution
1848 unveränderte
Nutzungsrechte der Ritter- und Landstände im Kloster nach neuem
Staatsgrundgesetz im Großherzogtum Mecklenburg - Schwerin(*).
- 5. Februar 1849
- Eine großherzogliche Verordnung verfügt für das
Staatsgebiet von Mecklenburg-Schwerin die "allgemeine Aufhebung der
Abzugsgelder bei Auswanderungsfällen"
- September 1850
- Über die junge bürgerliche Verfassung von Mecklenburg wird im
ausländischen Brandenburg das Urteil gesprochen. Der "Freienwalder
Schiedsspruch" setzt den Landesgrundgesetzlichen Erbvergleich wieder in
Kraft (gilt bis 1918).
- 1851
- Beginn der Massenauswanderung nach Amerika
Politische, soziale und wirtschaftliche Mißstände verursachten die
große Emigrationswelle Ende des 19. Jahrhunderts. Von 1853 bis 1908
wanderten fast 120.000 Menschen aus Mecklenburg aus.
- 1. Juni 1853
- Verordnung über den Erwerb und Verlust der Eigenschaft eines
mecklenburgischen Untertans erlassen
1854 - 1857 wurde im Innern der
Klosterkirche umfangreich restauriert (Kanzel, Altar, Gestühl,
Glasfenster).
1855 gibt das Klosteramt
seinen Erbpachtbauern Zusatzverträge (Additional-Akten) aus.
Diese schränken die zugesicherten Rechte wesentlich ein und
werden infolgedessen von den Bauern, die Ruester voran, angefochten.
1869 erreichen sie schließlich eine Revision der Akten.
- 15. April 1857
- Landesherrliche Verordnung über die Auswanderung nach
außereuropäischen Ländern
1857 Einweihung der Klosterkirche am 11.10.1857(*).
1858 wird der Kreuzgang
restauriert.
1860 Bau des Postgebäudes(*).
- 25. Juni 1867
- Verfassung des Norddeutschen Bundes wird auch für beide Mecklenburg
verbindlich
Mit der Gründung des Norddeutschen Bundes 1866
begann auch für
Mecklenburg ein neues Zeitalter (Beitritt am 21.8.1866).
Die Verfassung gewährleistet volle Freizügigkeit innerhalb der
Staaten des Norddeutschen Bundes sowie im grenzüberschreitenden Verkehr
für alle Bundesangehörigen. Es entfallen die in Mecklenburg bis dahin
bestehenden Einschränkungen bei Eheschließungen.
Mecklenburg wurde an das norddeutsche Post- und Fernmeldenetz angeschlossen und
erhielt einheitliche Maße und Gewichte auf der Grundlage des metrischen
Systems, und die Banknoten des Bundes. Das mecklenburgische Militär wurde
preußischem Kommando unterstellt.
W. Raabe: Mecklenburgische Vaterlandskunde In diesem 1857 - 61 in Wismar und Ludwigslust herausgegebenen Werk
wird das Klosteramt Dobbertin ausführlich beschrieben:
Dobbertin (647 Ew.), ... von den Beamten des Klosters wohnen in
Dobbertin der Klosterhauptmann, der Küchenmeister, der Amtsregistrator, der
Forstinspector und der Amtsjäger. Auch befindet sich ein Postamt in Dobbertin,
wie dem auch ein Arzt daselbst wohnt und ein ganz gutes Gasthaus daselbst
befindlich ist. Außerdem hat Dobbertin 7 Drittelhüfner, Mühle,
Armenhaus, 2 Schulen, Industrieschule, Kleinkinderbewahr-Anstalt, Kalkbrennerei,
Fischerei, mehrere Handwerker und hält einen Jahrmarkt.
weitere Orte des Klosteramtes: Schwinz (80 Ew.), Jellen (50 Ew.), Bossow (96 Ew.),
Rum-Kogel (96 Ew.), Groß-Breesen (140 Ew.), Gerdshagen (Hof mit 159 Ew.
und Dorf mit 112 Ew. incl. 9 Erbpächtern, 1 Erbschmiede), Klein-Upal
(134 Ew.), Lenzen (80 Ew.), Länitz (18 Ew.), Garden (79 Ew. incl 3
Erbpächtern, 1 Erbmühle), Lomen (262 Ew. incl. 7 Erbpächtern, 2
Büdner), Altenhagen (176 Ew. incl. 9 Erbpächtern), Nienhagen (5
Erbpächtern und 58 Ew.), Oldensdorf (9 Erbpächter und 176 Ew.),
Kleisten (56 Ew.), Neuhof (9 Ew.), Kläden (105 Ew.), Dobbin (5
Erbpächter und 223 Ew.), Spendin (57 Ew.), Ruest (443 Ew. incl. 25
Erbpächtern), Mestlin (240 Ew. und Forsthof 51 Ew.), Vimfow (26 Ew.),
Mühlenhof (66 Ew.), Sehlsdorf (4 Erbpächter, 178 Ew.), Darze
(3 Erbpächtern und 130 Ew.), Lexow (7 Erbpächter und 257 Ew.),
Roez (73 Ew.), Schamper Mühle (10 Ew.), Sitow (4 Erbpächtern
und 107 Ew.), Neu-Sietow (4 Erbpächter und 21 Ew.), Lärz
(14 Dreiveirtel-, 10 Halb-, 10 Achtelhüfner, 5 Häusler und 328
Ew.), Schwarz (30 Erbpächter, 19 Häusler und 353 Ew.), Schwarzer
Hof (40 Ew.), Dimitz (10 Halbhüfner, 4 Häusler und 187 Ew.)
- 1868
- Beide Mecklenburg treten dem Zollverein bei
- 1870 - 1871
- Deutsch-Französischer Krieg
unter Beteiligung mecklenburgischer Truppen
- 1871
- Gründung des Deutschen Reiches, Mecklenburg-Schwerin (558.000
Einwohner) und Mecklenburg-Strelitz (97.000 Einwohner) werden Mitgliedstaaten
1877 Klosteramt Dobbertin 1877 - heißt die Inschrift dieser Tafel
an der Stirnseite eines Tagelöhnerhauses.
Folgende Anekdote aus dem Mecklenburg Buch von E. Schulz
(Hinstorff Verlag, 1938) könnte sich zu dieser Zeit in einem Dorf des
Klosteramtes Dobbertin zugetragen
haben:
Ein Junge von sieben Jahren aus einem Gutsdorf kam einmal zu spät zur
Schule, weil er die Zeit verschlafen hatte. Der Lehrer fragte ihn, wann er zu
Bett gegangen sei. "Weet ik nich", war die Antwort. Darauf der Lehrer:
"Wär't all düster?" Nach kurzem Überlegen sagte der Junge:
"Pläugen harr'n noch künnt."
1886 Vorbau eines Portals am Dominahaus(*).
- 1897
- Reichgesetzliche Regelung des Auswanderungswesens
Buch um die Jahrhundertwende
Wie könnte
es um die Jahrhundertwende auf dem Gut des Klosteramtes ausgesehen haben? Ein
Berliner Arbeitsloser (Name unbekannt), den es auf ein Gut in Mecklenburg
verschlagen hatte, schildert seine Erlebnisse: "Hofgängerleben in
Mecklenburg".
Mit einfachen Worten charakterisiert er die Leute mit denen er zusammentrifft:
Inspektor, Knechte und Mägde, Tagelöhner und Hofgänger (... nach
mecklenburgischen Begriffen sind die Fremden, die als Hofgänger nach
Mecklenburg kommen, zu weiter nichts nütze. ...), er beschreibt das Dorf,
das Gutshaus, Lüdstuw, Katen, ... und das tägliche Leben der Leute.
(Bild oben: Ansichtskarte aus Mestlin, ca 1905)
25.7.1900Verleihung des goldenen
Amtskreuzes an die Domina des Klosters Dobbertin durch Herzogregent
Johann Albrecht zu Mecklenburg (ein Beitrag von
H. Alsleben).
1908 besucht der Großherzog
Friedrich Franz IV. das Kloster.
- 1. August 1914 - 11. November 1918
- Erster Weltkrieg
- 14. November 1918
- Abdankung des Großherzogs
- 1918
- Übernahme der Verwaltung des Klosters Dobbertin durch den
Freistaat Mecklenburg-Schwerin
- 1918 / 1919
- Gründung der Freistaaten Mecklenburg-Schwerin (1919) und
Mecklenburg-Strelitz (1918) als Gliedstaaten in der Weimarer Republik
1920 gewaltsame Aufhebung der
Landesklöster durch die mecklenburgische Verfassung(*).
1924 Klage gegen den neuen
Rechtszustand wird durch das Reichsgericht abgewiesen(*).
- 1925
- Mecklenburg-Schwerin hat 674.000 Einwohner, Mecklenburg-Strelitz 110.000
1929 Sanierungsarbeiten an der
Fassade der Klosterkirche(*).
- 1933
- Beide Mecklenburg haben 805.000 Einwohner
- 1.1.1934
- Vereinigung beider Mecklenburg zum Gau Mecklenburg (13.10.1933)
1938 Umbau der Klosteramtsscheune
zur Landesjugendherberge(*).
1939 hat Mecklenburg 900.593 Einwohner
- 1939 - 1945
- Zweiter Weltkrieg
1942 Unterkunft für Aussiedler
und Flüchtlinge(*).
1945 letzte Konventualinnen ziehen
aus(*).
1945 werden Dorf und Kloster von
Soldaten der Roten Armee belegt. Nach deren Abzug 1947 war der Schaden
für die Menschen und auch für das kulturelle Erbe des Klosters
unermeßlich.
- 1945
- Bildung des Landes Mecklenburg-Vorpommern
- 5. September 1945
- Verordnung über die Bodenreform im Land Mecklenburg-Vorpommern
- 1946
- Mecklenburg hat 2.139.000 Einwohner
1946 Brände vernichten
Teile des Klausurgebäudes(*).
- 1947
- Mecklenburg-Vorpommern heißt nur noch Mecklenburg
1947 Umbau zum Landesalters- und
Pflegeheim für über 600 Menschen.(*).
- 1949
- Mecklenburg wird Land der DDR
- 9. - 12. Juli 1952
- II. Parteikonferenz der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED)
in Berlin beschließt den planmäßen Aufbau des Sozialismus in
der Deutschen Demokratischen Republik.
- 1. August 1952
- wird Mecklenburg-Vorpommern in die Bezirke Rostock, Schwerin und
Neubrandenburg aufgeteilt (25.7.1952)
1962 Nutzung als Außenstelle der
Bezirksnervenklinik Schwerin(*).
1964 wird das Refektorium
restauriert.
1977 Kloster und Kirche werden
unter Denkmalschutz gestellt.(*).
1979 teilweise Sperrung der
Klosterkirche wegen zunehmender Bauschäden.(*).
1990 Beginn notwendiger
Sanierungsarbeiten an der Klosterkirche (Erneuerung Kirchendach).(*).
- 3. Oktober 1990
- Neukonstituierung des Landes Mecklenburg-Vorpommern.
- 1994
- Kreisgebietsreform im Land Mecklenburg-Vorpommern.
1995 775-Jahr-Feier im Kloster
Dobbertin.
1997 die Landesregierung faßt
einen Grundsatzbeschluß, der Zuwendungen des Landes in Höhe
von 25 Millionen Mark für die Sanierung des Klosterkomplexes
vorsieht.
2000
Welche Ereignisse machen gegenwärtig Schlagzeilen in Dobbertin?
Das Kloster ist zur Zeit der größte Arbeitgeber in der Region.
Dies ist einer der Gründe für die im Vergleich zum übrigen
Mecklenburg relativ geringe Arbeitslosenquote.
Groß sind auch die Anstrengungen, die in Dobbertin zum Ausbau des
Tourismus vorgenommen werden. Die reizvolle Gegend lädt fast automatisch
zum Besuch ein.
Größere Projekte in der nächsten Zeit sind der Bau eines
Sport- und Kulturzentrums und die Sanierung des historischen Parks. Damit
soll vor allem das Angebot für Touristen erweitert werden. Weitere
Anstrengungen zielen auf mehr Attraktivität der Nebensaison.
Quellen:
- Die Zusammenstellung der Ereignisse zur Mecklenburger Geschichte ist
der Website www.Luebz-Online.de entnommen;
- F. Schwarzer: Von Schinkel entworfen, von Demmler gebaut (MM 11/1991)
- (*)H. Alsleben: Kloster Dobbertin (MM 2/1992)
- Kloster Dobbertin - Mönche und Nonnen des Benediktinerordens,
adliges Damenstift, Heimstatt für Behinderte (Flyer des Vereins
zur Förderung des Kloster Dobbertin e. V.)
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